Value: 10 Kriterien zur Analyse günstig bewerteter Aktien
Eine voreingestellte Strategie für Unternehmen, die im Verhältnis zu Gewinn und Vermögen niedrig bewertet sind: jedes Kriterium erklärt, Herkunft der Schwellenwerte und Fallenrisiko.
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Eine voreingestellte Strategie, schreibgeschützt: Dupliziere sie, um sie anzupassen. Die Schwellenwerte sind übliche Richtwerte, keine Regeln, und das Ergebnis einer Strategie sagt nie, was mit einer Aktie zu tun ist.
Die Kriterien und ihre Schwellenwerte
| Kriterium | Kriterium erfüllt | Zu beobachten | Kriterium nicht erfüllt |
|---|---|---|---|
| KGV | 0 bis 12 | 12 bis 18 | > 18 oder < 0 |
| Kurs-Buchwert-Verhältnis | ≤ 1,5 | 1,5 bis 2,5 | > 2,5 |
| KGV × Kurs-Buchwert-Verhältnis (berechnet) | 0 bis 22,5 | 22,5 bis 30 | > 30 oder < 0 |
| Unternehmenswert / EBIT | ≤ 10 | 10 bis 14 | > 14 |
| FCF-Rendite | ≥ 7 % | 4 % bis 7 % | < 4 % |
| Sicherheitsmarge (gegenüber dem eingegebenen fairen Wert) (berechnet) | ≥ 30 % | 15 % bis 30 % | < 15 % |
| Liquidität 3. Grades | ≥ 1,5 | 1 bis 1,5 | < 1 |
| Nettoverschuldung / EBITDA | ≤ 2 | 2 bis 3 | > 3 |
| Score der finanziellen Solidität (von 9) | ≥ 7 | 5 bis 7 | < 5 |
| Katalysator und Fallenrisiko | Nicht bewertet | ||
Schwellenwerte aus der voreingestellten Strategie der App. Ein berechnetes Kriterium ermittelt die App aus zwei eingegebenen Zahlen.
Für wen
Diese Strategie richtet sich an alle, die Unternehmen suchen, deren Kurs im Verhältnis zu Gewinn, Cashflow oder Vermögen niedrig ist. Das ist der Stil „Value“ der Faktorfamilien: wenig zahlen im Verhältnis zu dem, was das Unternehmen erwirtschaftet oder besitzt, und einen Puffer für Irrtümer behalten.
Sie verlangt mehr Arbeit als die anderen: Ein Bewertungsabschlag hat oft einen Grund. Die Strategie verbindet deshalb Bewertungskennzahlen mit Kriterien der Solidität und endet mit einer offenen Frage zum Fallenrisiko.
Die 10 Kriterien im Einzelnen
KGV
Das KGV setzt den Kurs ins Verhältnis zum Gewinn je Aktie. Bis 12 ist das Unternehmen mit weniger als zwölf aktuellen Jahresgewinnen bewertet, deutlich unter dem historischen Durchschnitt der großen Märkte. Über 18 setzt die Bewertung bereits ein Wachstum voraus, das diese Strategie nicht sucht.
Kurs-Buchwert-Verhältnis
Es vergleicht den Kurs mit dem Buchwert des Eigenkapitals je Aktie. Bis 1,5 zahlt der Anleger wenig über das hinaus, was die Bilanz ausweist. Aussagekräftig ist diese Kennzahl vor allem bei Unternehmen mit greifbarem Vermögen: Industrie, Banken, Versicherungen.
KGV × Kurs-Buchwert-Verhältnis
Das Produkt der beiden vorherigen Kennzahlen, das die App aus den beiden eingegebenen Werten berechnet. Die Schwelle von 22,5 stammt aus dem Werk von Benjamin Graham, der sie durch Multiplikation eines KGV von 15 mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,5 erhält. Der Vorteil dieses Produkts: Es lässt ein etwas höheres KGV zu, wenn das Vermögen sehr günstig ist, und umgekehrt.
Unternehmenswert / EBIT
Das KGV übersieht die Schulden. EV/EBIT berücksichtigt sie: Die Kennzahl setzt Börsenwert plus Nettoverschuldung ins Verhältnis zum operativen Ergebnis. Bis 10 kostet das gesamte Unternehmen, Schulden eingeschlossen, weniger als zehn Jahre operatives Ergebnis.
FCF-Rendite
Der freie Cashflow im Verhältnis zum Börsenwert. Ab 7 % erwirtschaftet das Unternehmen jedes Jahr einen großen Teil seines Börsenwerts als Cashflow. Das entspricht umgekehrt einem Kurs-FCF-Verhältnis von etwa 14.
Sicherheitsmarge
Du gibst deine eigene Schätzung des fairen Werts je Aktie im Kopf der Analyse ein, mit der Methode deiner Wahl, und den Kurs in diesem Kriterium. Die App berechnet den Abstand. Ab 30 % Abstand darf deine Schätzung deutlich danebenliegen, ohne dass die Analyse in sich zusammenfällt. Siehe den Eintrag Sicherheitsmarge und den Sicherheitsmarge-Rechner.
Liquidität 3. Grades
Das Umlaufvermögen im Verhältnis zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten. Ab 1,5 kann das Unternehmen seine Fälligkeiten des Jahres ohne neue Finanzierung bedienen. Unter 1 hängt es von seinen Banken oder Lieferanten ab.
Nettoverschuldung / EBITDA
Ein günstig bewertetes und verschuldetes Unternehmen ist anfällig: Wenn seine Ergebnisse weiter sinken, können die Schulden die Oberhand gewinnen. Grün endet bei 2, Rot beginnt über 3.
Score der finanziellen Solidität
Ein Score auf 9 Punkte, im Jahr 2000 von Joseph Piotroski veröffentlicht, der Rentabilität, Verschuldung, Liquidität und Effizienz im Vergleich der letzten beiden Geschäftsjahre prüft. Er hilft, günstig bewertete Unternehmen, die sich verbessern, von denen zu trennen, die sich verschlechtern. Grün beginnt bei 7, Rot bei 4 oder weniger. Siehe den Eintrag Piotroski F-Score.
Katalysator und Fallenrisiko
Ein Textkriterium, nie bewertet. Du notierst hier, was den Kurs näher an deinen geschätzten Wert bringen könnte und was den Abschlag zu einer Falle machen würde: schrumpfendes Geschäft, Branche in der Krise, versteckte Schulden. Siehe den Eintrag Value-Falle.
Warum diese Schwellenwerte
Die Schwellenwerte für KGV und Kurs-Buchwert-Verhältnis greifen den Geist der Kriterien des defensiven Anlegers auf, die Benjamin Graham beschrieben hat, angepasst an heutige Bewertungsniveaus. FCF-Rendite, EV/EBIT und der Score der finanziellen Solidität stammen aus jüngeren Arbeiten, die Datenanbieter breit aufgegriffen haben.
Du kannst sie in einer Kopie der Strategie an deinen Markt anpassen. In einem Markt, dessen durchschnittliches KGV um 20 liegt, lässt eine grüne Schwelle bei 12 nur sehr wenige Unternehmen durch. Das ist gewollt, aber du kannst sie lockern.
Grenzen
Ein niedriger Kurs kann lange niedrig bleiben oder weiter fallen. Bewertungskennzahlen beruhen auf vergangenen Gewinnen, die sich womöglich nicht wiederholen: Ein zyklisches Unternehmen auf dem Höhepunkt seines Zyklus zeigt ein schmeichelhaftes KGV kurz bevor seine Ergebnisse sinken.
Unternehmen, deren Wert vor allem in immateriellen Werten liegt (Software, Marken, Patente), wirken beim Kurs-Buchwert-Verhältnis immer teuer. Für Banken und Versicherungen ergeben EV/EBIT, Liquidität 3. Grades und Nettoverschuldung / EBITDA keinen Sinn: Kreuze „Nicht anwendbar“ an.
Die Einstufung jedes Kriteriums ist eine Denkhilfe. Die Entscheidung liegt bei dir.
Die Kennzahlen dieser Strategie
Quellen
- Benjamin Graham, Werk „Intelligent investieren“ (Kriterien des defensiven Anlegers)
- Joseph Piotroski, „Value Investing: The Use of Historical Financial Statement Information to Separate Winners from Losers“, Journal of Accounting Research, 2000
- MSCI, Faktorfamilien (Value, Qualität, Rendite, Wachstum)
- Geschäftsberichte börsennotierter Unternehmen